Richtig lüften im Altbau

Richtig lüften im Altbau – Fehler, Physik & Lösungen

Warum gut gemeintes Lüften oft das Gegenteil bewirkt – und wie Sie Ihr Zuhause dauerhaft trocken halten.

Wer ein älteres Bestandshaus im Saarland besitzt, kennt den besonderen Charme. Doch genau dieser bringt physikalische Herausforderungen mit sich. Viele Hausbesitzer lüften nach Gefühl, doch oft bewirkt dies genau das Gegenteil.
Die Physik des Altbaus: Warum „alt“ anders atmet

Im Altbau sind Sie als Bewohner die „Lüftungsanlage“. Früher waren Fenster oft undichter, was zu einem ständigen Luftzug führte. Nach einer Sanierung durch moderne Isolierglasfenster fällt dieser natürliche Luftwechsel weg.

Physikalischer Hintergrund Die massiven Außenwände sind oft ungedämmt und kühler als die Raumluft. Steigt die Luftfeuchtigkeit, wird der Taupunkt unterschritten – Wasser kondensiert direkt an der kalten Wand.

Die häufigsten Fehler beim Lüften
Fehler Folgen
Dauer-Kipplüften Wandbereiche kühlen extrem aus. Beim Schließen kondensiert warme Luft sofort – Schimmel am Fensterrahmen ist die Folge.
Keller lüften im Sommer Warme Außenluft kühlt im Keller ab und schlägt sich als Wasser an den Wänden nieder (Sommerkondensation).
Wäschetrocknen innen Ein Wäscheständer gibt Liter an Wasser ab. Ohne Stoßlüften steigt die Feuchtigkeit über 60 % – ideal für Schimmel.
Gefahren durch falsches Lüften

Schimmel & Bausubstanz: Feuchtigkeit fördert Salzausblühungen, die den Putz absprengen und die Statik sowie Ihre Gesundheit gefährden.

  • Chronische Atemwegsinfekte
  • Ständige Müdigkeit
  • Geschwächtes Immunsystem

Die goldenen Regeln: So lüften Sie richtig
Regel Empfehlung
Stoßlüften statt Kipp Fenster mehrmals täglich für 5–10 Min. voll öffnen. Am besten Querlüften.
15-Grad-Regel Keller Im Sommer nur lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen (früh morgens).
Heizen & Lüften Räume nie unter 16–18 °C auskühlen lassen, damit die Luft Feuchtigkeit binden kann.
Tipp

Nutzen Sie ein Hygrometer. Zielwert: 40–55 % relative Luftfeuchtigkeit.

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